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Pflege-Wohngemeinschaften: Förderung wird nur selten abgerufen

Die Gründung vom ambulant betreuten Wohngruppen wird seit 2012 gefördert. Von Oktober 2012 bis Dezember 2014 wurden von 30 Millionen Euro Fördergeld nur rund 619.000 Euro als Anschubfinanzierung der Pflege-Wohngemeinschaften ausgezahlt. Dies teilte das Bundesversicherungsamt (BVA) bei der Vorstellung seines Tätigkeitsberichts 2014 mit.

Ein Grund für die geringe Nutzung sind möglicherweise organisatorische Hürden. „Pflegebedürftige, die in eine Pflege-WG einziehen wollen, werden bei der Gründung allein gelassen“, sagt Christoph Treiß, LfK-Geschäftsführer. „Denn die Pflegebedürftigen erhalten die Förderung nur dann, wenn sie ihre Wohngruppe selbst gründen und somit selbst die aufwendige Organisationsarbeit übernehmen. Damit läuft die Förderung ins Leere“, so Treiß weiter. „Wenn wir die neuen Wohnformen stärken wollen, sollen wir die Initiierung einer Wohngruppe fördern und nicht die Umbaumaßnahmen, wie es derzeit der Fall ist.“

Ansprüche der WG-Gründer
Die Pflege-Wohngruppen sollen es den Pflegebedürftigen ermöglichen, möglichst lange selbstständig und in häuslicher Umgebung zu wohnen, ohne auf sich allein gestellt zu sein. Zur Anschubfinanzierung können die Pflegebedürftigen bei Gründung einer Pflege-WG Zuschüsse bei den Pflegekassen beantragen.

Pro Pflegebedürftigem kann die Förderung bis zu 2.500 Euro betragen, pro Wohngruppe ist der Gesamtbetrag auf 10.000 Euro beschränkt. Die Gründung von ambulant betreuten Wohngemeinschaften wird nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums solange gefördert, bis das hierfür vorgesehene Budget von 30 Millionen Euro ausgeschöpft ist.

Darüber hinaus haben Pflegebedürftige in Pflege-WGs nach § 38a SGB XI einen Anspruch auf einen pauschalen Zuschlag in Höhe von monatlich 205 Euro, wenn in der Wohngruppe eine Pflegekraft pflegerische, organisatorische oder verwaltende Tätigkeiten übernimmt.

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